Mercedes-Benz Design-Showcar – Concept Ocean Drive

Traum-Automobile wie das Luxus-Cabriolet Concept Ocean Drive entstehen zwar immer wieder in den Fantasien der Mercedes-Benz Designer, aber nur wenige haben die Chance, anfassbare Wirklichkeit zu werden und sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Design-Showcar „Concept Ocean Drive“ ist eine Ausnahme. Kaum eingeengt von Lastenheft, Produktions- und Marktzwängen stellte es den Gestaltern die spannende Aufgabe, das komfortabelste und eleganteste Cabrio der Welt als anspruchsvolles Einzelstück zu bauen.

Entstanden ist ein faszinierendes Juwel, mit dem Mercedes-Benz seine Kompetenz im Bau großer, viertüriger Cabriolets wieder belebt – einer Gattung von luxuriösen Automobilen, die heute kaum mehr auf unseren Straßen anzutreffen ist. Die letzten bei Mercedes-Benz gebauten offenen Viertürer wurden nur auf Sonderbestellung gefertigt und verließen 1962 als Typ 300 d Cabriolet die Stuttgarter Fabrikhallen. Mit dem Showcar Concept Ocean Drive interpretiert Mercedes-Benz diese große Tradition der Luxus-Cabriolets nach 45 Jahren in einer Designstudie für eine Momentaufnahme neu. Wie seine berühmten Vorläufer vereint das Schmuckstück aus Stuttgart ebenfalls Eleganz, Lebensart und Exklusivität auf höchstem Niveau – mit anderen Worten: Automobil-Kultur in ihrer schönsten und begehrenswertesten Form.

In erster Linie ist das faszinierende viertürige Cabriolet Concept Ocean Drive aber eine sinnliche Offensive, vorgetragen auf der technischen Basis des Mercedes-Benz S 600. Sie schließt langen Radstand (3165 Millimeter) und Zwölfzylindertriebwerk ein. Kennzeichen des Unikats ist eine fast klassisch anmutende, völlig neu entwickelte Karosserie, der klare Linien und eine spannende Zweifarben-Lackierung ein außergewöhnliches Charisma verleihen. Der Design-Showcar strahlt die vornehme Zurückhaltung von automobilem Adel aus, weckt gleichzeitig aber auch die Sehnsucht, mit offenem Verdeck an einem lauen Sommerabend unbeschwert an den schönsten Stränden der Welt entlang zu rollen. Jugendfrische Begeisterung trifft sich in dieser außergewöhnlichen Studie mit echter Leidenschaft und souveränem Selbstbewusstsein. Dieses Gefühl hat auch Bestand, wenn das edle Stoffverdeck bei Bedarf großzügig die vier luxuriösen Einzelsitze überspannt.

Der Zauber des Concept Ocean Drive erschließt sich nicht mit Vernunftgründen allein. Zwar verfügt es über die technischen Innovationen, die Mercedes-Benz Modelle zu den technologischen Vorreitern der automobilen Spitzenklasse machen – seinen Charakter als Traumwagen formt aber eher seine selbstsichere Extrovertiertheit. Stolz zeigt die viertürige Cabriolet-Studie edle und zugleich außergewöhnliche Materialien auf höchstem handwerklichem Niveau verarbeitet; kompromisslose Perfektion machen es zum unvergleichlichen Schmuckstück, in dem sich die hohen Ansprüche seines Besitzers spiegeln könnten, der sich vom Alltäglichen absetzen will.

Das neue Luxus-Cabriolet aus Stuttgart kann allerdings einen Traum nicht erfüllen: den, es zu besitzen. Denn es ist eine Designstudie und bleibt damit unerreichbar. Als Showcar erfüllt es freilich nicht nur den Zweck, Träume sichtbar zu machen und Begehrlichkeiten zu wecken, sondern hat auch ganz praktischen Nutzen. Denn Mercedes-Benz entwickelt Konzept- oder Forschungsfahrzeuge zwar einerseits, um neue Fahrzeugkonzepte und Technologien zu testen, mit reinen Showcars gibt es aber den Designern auch immer wieder die Möglichkeit, mit nicht alltäglichen Themen zu spielen, sie anders zu denken, neuen Ideen großzügig Raum zu geben, Fantasien in der Wirklichkeit zu erproben.
Das Concept Ocean Drive ist demnach mehr als eine außergewöhnliche Fingerübung für die Designtruppe, mehr als eine Spielwiese für neue Gedanken und Sichtweisen. Es dient auch dazu, den Dialog mit den Kunden zu intensivieren und die Reaktionen des Publikums auf ungewöhnliche Auto-Ideen kennen zu lernen. Dies unterstützt die Designerinnen und Designer bei Mercedes-Benz dabei, stilistisch in die Zukunft zu blicken und neue Formensprachen zu entwickeln und zu realisieren. Professor h. c. Peter Pfeiffer, Mercedes Car Group, Senior Vice President Design, beschreibt das so: „Es ist eine wichtige Aufgabe unserer Automobil-Designer, Trends zu erkennen und Trends zu setzen. Sie müssen sich um Bewegungen in Kunst, Kultur und Gesellschaft kümmern und frühzeitig erfassen, was in der Luft liegt – intuitiv. Denn Designer arbeiten immer in der Zukunft. Wir dürfen niemals stillstehen, sondern müssen immer weiter nach vorn denken.“

Der Concept Ocean Drive verwirklicht die Idee von einem Traumwagen und spiegelt gleichzeitig die hohe Designkompetenz sowie die Werte der Marke Mercedes-Benz wider. Denn Design muss die zweifache Aufgabe erfüllen, mit seiner Linienführung Begeisterung zu wecken und zugleich die Philosophie und das Profil der Marke sichtbar zu machen. Zu den Werten der Marken-Identität von Mercedes-Benz gehören Solidität, Qualität, Komfort, Souveränität, Werterhalt und Sicherheit.
Das Design von Mercedes-Benz pflegt deshalb bewährte Stilelemente der Marke und kombiniert sie mit neuen Ideen. Die Studie Concept Ocean Drive verdeutlicht dies. Auch hier finden sich die Grundmuster der Formensprache und markentypische Erkennungsmerkmale. Dazu zählt ganz offensichtlich der Kühler, der zwar neu interpretiert wurde, aber sofort als Mercedes-typisch erkennbar ist. Zum aktuellen Mercedes-Benz Stil gehören auch reine Formen mit einem effektvollen Wechselspiel von straffen Linien und großen ruhigen Flächen sowie der Verzicht auf übertriebenen Zierrat zugunsten von Langzeitwirkung. Dadurch erscheint das Concept Car souverän und kraftvoll und zeigt zugleich Eleganz und Vorwärtsdrang.
Individuelle und überraschende Stilelemente wie etwa die leicht nach hinten abfallende Linie über dem hinteren Radlauf und die neu gestalteten Scheinwerfer formen den eigenständigen Charakter des einzigartigen Concept Ocean Drive mit. Und die lange seitliche Scheibenöffnung, die von keiner B-Säule und keinem Scheibenrahmen unterbrochen ist, lässt auch bei geschlossenem Dach das Exterieur mit dem Interieur verschmelzen. Die großzügige Verwendung von wertvollen Materialien wie beispielsweise weichem Leder, dreidimensional wirkenden Stoffen oder großen Edelholzflächen in Vogelaugenahorn im Innenraum und als Abdeckung für die Verdeckablage sowie viele liebevoll gestaltete Details unterstreichen den luxuriösen und einzigartigen Charakter des ungewöhnlichen Showcars.

Auf den ersten Blick weckt der Mercedes-Benz Showcar Concept Ocean Drive Assoziationen an edle klassische Automobile. Hauptauslöser sind ein großer, sehr gerade stehender Kühler sowie die eleganten, gestreckten Linien der neuen viertürigen Cabriolet-Karosserie. Auf avantgardistische Interpretationen des Mercedes-Benz Designs haben die Gestalter der Studie bewusst verzichtet. Vielmehr war ihr Ziel, in dem einmaligen Schaustück Souveränität, hohe Wertschätzung, Eleganz und Luxus mit der selbstsicheren Freude an Genuss und am Leben auf besondere Weise zu verbinden.
Das viertürige Cabriolet zeigt überraschende und verführerische Linien, die sich an dem Mercedes-Benz Stil orientieren, der auf den Regeln des modernen Puris-mus gründet. Er kombiniert klare Formen und große ruhige Flächen mit straff gezogenen Linien und erzeugt so ein faszinierendes Wechselspiel zwischen Ruhe und Kraft. Das Ergebnis sind Harmonie, Eleganz und hohe Wertigkeit. Dieser Eindruck ist am stärksten spürbar bei geöffnetem Verdeck. Dann senken sich die Seitenscheiben vollständig ab und das Cabriolet präsentiert sich vollkommen offen – cabriolettypisch ohne B-Säule oder Scheibenrahmen. Dabei kommt die edle Innenausstattung der Designstudie mit ihren wertvollen Materialien und vielen interessanten Details am besten zur Geltung. Zudem wirkt der automobile Solitär dann sehr gestreckt. Bei geschlossenem Verdeck deutet eine spannend gebogene Dachlinie den Vollblutcharakter des Fahrzeugs an.

Ein eigens für das Concept Car konzipierter Kühler dominiert die Front des Luxus-Cabriolets. Er ist an den bekannten Limousinenkühler angelehnt, setzt aber in der Fläche ganz eigene Maßstäbe. Die sehr souverän wirkende Kühlermaske ist fast ein Drittel größer als die der Mercedes-Benz S-Klasse. Mit seinen vier kräftigen Lamellen steht dieses Unikat zudem signifikant steiler als bei allen anderen aktuellen Mercedes-Benz Modellen und wirkt mit seiner Dominanz als unüberseh-bares Statussymbol.
Diesen Eindruck verstärken die stark gepfeilte Front und die lange Kühlerhaube, die von einer ausgeprägten, markanten Kante begrenzt wird. Sie umfasst den Kühler und geht mit elegantem, coupéhaftem Schwung in die stark nach hinten gebogene A-Säule über.

Die Scheinwerfer folgen einer designorientierten Interpretation der LED-Technologie. Das bedeutet, dass alle Scheinwerferfunktionen von lichtaussendenden Dioden übernommen werden. 35 Hochleistungs-LEDs, die auf fünf Bänken platziert sind, übernehmen die Funktion von Abblend- und Fernlicht. Jede einzelne ist in eine eigene, speziell angefertigte Hülse eingebettet, die als eine Art optische Düse funktioniert und den Lichtaustritt richtet. Transparente Plexiglaselemente unterstützen optisch die Gliederung der Bänke. Ein markantes dreidimensionales Lid schließt die Scheinwerfer oben ab.
Sind Abblend- oder Fernlicht eingeschaltet, so bilden sie in dem äußeren Bereich der Scheinwerfer eine Lichtfigur, die an ein „C“ erinnert und so für ein unverwechselbares Nachtdesign sorgt. Zentrales Element im Inneren dieses „C“ ist das Gehäuse für das Tagfahrlicht und den Blinker. Tagfahr- oder Parklicht bedienen sich ebenfalls der LED-Technik. Diese Leuchteinheit trägt aber eine Abdeckung, die den Eindruck einer flächigen Lichtstreuung hervorruft. Ein ebenfalls homogen wirkendes Blinkerelement umrandet den Bereich des Tagfahrlichts c-förmig.

Die Seitenansicht der Studie Concept Ocean Drive ist geprägt von der offenen, nicht unterbrochenen Schulterlinie. Sie entspringt organisch aus den vorderen Kotflügeln, steigt nur ganz leicht an und sinkt im Heckbereich wieder leicht ab, um ihren logischen Abschluss in den Linien der Heckleuchte zu finden. Die Windschutzscheibe ist flach und zitiert die dynamische Linie der Mercedes-Benz Coupés. Bei geschlossenem Fahrzeug spannt sich die Dachlinie in einem leichten, aber dennoch kraftvollen Bogen über den Karosseriekörper und bewahrt auf diese Weise den Eindruck der lang gestreckten Silhouette.
Zu den Markenzeichen des Mercedes-Designs zählt das effektvolle Spiel mit Linien. Dies trifft auch bei dem viertürigen Cabriolet-Showcar zu. Die Schulterlinie entlang der Bordkante gibt formalen Halt. Darunter verläuft die so genannte Charakterlinie und strukturiert die Seitenpartie. Sie zieht sich von der Spitze der Scheinwerfer bis zur Spitze der Heckleuchten über die ganze Fahrzeuglänge, trennt die konvex und konkav geformten Türflächen und schafft eine harmonische Balance. Gleichzeitig streckt sie die Karosserie optisch und lässt sie sowohl dynamisch als auch elegant wirken. Zudem bildet die Charakterlinie eine effektvolle Lichtkante und ermöglicht ein interessantes Spiel von Licht und Schatten.
Dies unterstützen auch die Linien, die aus den dezenten Kotflügeln vorn und hinten wachsen. Hinter den Radhäusern fallen sie ganz leicht ab und verstärken so den Eindruck der stilvollen Geschmeidigkeit und klassischen Eleganz. Nach unten schließt ein Seitenschweller mit einer Chromkante in der Mitte das Fahrzeug ab.

Beim Concept Ocean Drive fungiert diese Linie gleichzeitig als Trennlinie für die Zweifarbigkeit des Showcars. Farbspezialisten von Mercedes-Benz haben dafür zwei spezielle Metalliclacke neu gemischt. Beide schimmern in einem Graubeigeton. Die obere Partie des Fahrzeugs inklusive der Hauben vorn und hinten trägt die dunklere, vornehm wirkende Lackierung in Champagne Pearl, dem besondere Farbperlen seinen Charakter verleihen. Darunter ist das Fahrzeug in Alubeam Champagne lackiert. Die Besonderheit dieses Lacks sind so genannte Flakes, die je nach Lichteinfall, Blickwinkel und Abstand ein sehr extremes Helldunkelspiel verursachen und zudem je nach Gegebenheit zusätzlich einen matten oder einen hochglänzenden Eindruck hervorrufen. In einem Bronzeton eingefärbte Scheiben ergänzen das aufwendige Farbkonzept.

Die Zweifarbigkeit unterstreicht nicht nur die hohe handwerkliche Wertigkeit der Cabriolet-Studie, sondern lässt es zudem noch länger und eleganter wirken. Außerdem betont sie mit ihrem Lichtspiel die Wirkung der seitlichen Linien.
Seitenscheiben und Türgriffe mit technischem Pfiff

Die rahmenlosen Seitenscheiben müssen sich im geschlossenen Zustand außerhalb des Türfelds berühren, um gegeneinander abzudichten. Da zudem der Stummel der B-Säule das vollständige Versenken erschwert, mussten die Ingenieure für das Öffnen und Schließen eine Versenkgeometrie mit einem komplizierten Bewegungsablauf ersinnen. Die Scheibe der vorderen Tür fährt auf Knopfdruck schräg nach vorn und unten; die in der hinteren Tür muss die Mechanik dagegen zunächst einige Zentimeter nach hinten versetzen und dann zum Versenken vorne abkippen, ehe sie vollständig in der Tür verschwinden kann.
Außergewöhnliche Liebe zum Detail zeigt ebenfalls eine weitere Feinheit: Die Türgriffe haben die Ingenieure bündig in die Karosserie eingelassen, damit sie die feinen Linien nicht unterbrechen. Berührungssensoren sorgen dafür, dass die Griffe automatisch ausfahren, wenn man eine Tür öffnen möchte.

Den wertvollen Charakter des viertürigen Show-Cabriolets unterstützen auch die Räder. Die 21-Zöller wurden speziell für dieses Fahrzeug gefertigt. Mit 36 schmalen Speichen erinnern sie an die Speichenräder der herrschaftlichen Autos früherer Zeiten und zeigen dennoch ein modernes Gesicht. Concept Ocean Drive rollt damit auf Niederquerschnittsreifen der üppigen Dimension 275/35 ZR 21.

Im Heck grenzt eine steile Kante den Heckdeckel vom Wagenkörper deutlich ab. Die Heckleuchten sind ebenfalls komplett in LED-Technik ausgeführt. Ein horizontaler, schmaler Chromsteg trennt auch im ausgeschalteten Zustand Schlusslicht und Bremslicht in hochwertig anmutende Funktionsmodule, die analog zu den Scheinwerfern ebenfalls wie ein „C“ wirken. Beide deckt eine homogene Scheibe ab, sodass die dahinter liegenden LEDs nicht einzeln zu sehen sind. Wie bei den Scheinwerfern ist auch hier das Modul mit Blinker und Rückfahrlicht in der Mitte des „C“ eingebettet.
Zwei große trapezförmige Auspuffauslässe, die in den hinteren Stoßfänger integriert sind, zeigen unmissverständlich, dass sich ein kraftvoller Zwölfzylinder-V-Motor unter der Haube befindet.

Eine besondere Herausforderung stellte das Verdeck dar. Dafür sorgten allein schon seine bemerkenswerten Dimensionen: Mit einer Spannweite von 2182 Millimetern formt es einen Dachbogen von 2220 Millimeter Länge und überspannt eine Dachfläche von zirka 3,2 Quadratmetern.

Zum Öffnen und Schließen des Verdecks ist eine aufwendige Mechanik installiert. Erst öffnet ein Elektromotor den Verschluss im Windschutzscheibenrahmen, dann löst der hintere Spannbügel seine Verriegelung. Schließlich faltet sich das Dach zusammen, der Heckdeckel klappt mitsamt Hutablage nach hinten auf, um Platz zur Ablage des Verdecks zu schaffen. Anschließend schließt sich der Heckdeckel und gewährt danach wieder wie ein konventioneller Kofferraumdeckel auf kon-ventionelle Weise Zugang zum Gepäckabteil. Diese erstmals in der Studie so gezeigte Mechanik eröffnet die Möglichkeit, auf eine Funktionsfuge quer zur Fahrtrichtung zu verzichten.

Die notwendige Kraft für diesen komplexen Ablauf liefert eine leistungsgesteuerte Hydraulik, die das Dach beim Öffnen und beim Schließen in Bewegung setzt. Gesteuert werden diese Vorgänge beim Concept Ocean Drive allerdings weltweit zum ersten Mal durch so genannte Proportionalventile. Während mit den bisher üblichen Ventilen ein Verdeckmechanismus nur in nacheinander folgenden Schritten und mit gleich bleibendem Tempo bewegt werden konnte, erlauben die Proportionalventile eine intelligentere Steuerung. Mit ihrer Hilfe können die Phasen beim Öffnen und Schließen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und parallel ablaufen. Das bedeutet, dass die einzelnen Bewegungen beim Öffnen und Schließen des Verdecks harmonischer ablaufen können – in einer eleganten und zugleich wirkungsvollen Choreografie. Außerdem sorgen die sechs im Mercedes-Benz Luxus-Cabriolet eingesetzten, unabhängig ansteuerbaren Proportionalventile auch für eine schnelle Öffnungszeit von etwa 20 Sekunden – für ein Verdeck dieser Größe ein erstaunlich niedriger Wert.

Für das Stoffverdeck haben die Designer bewusst ein hochwertiges Gewebematerial gewählt, das heutzutage einzigartig ist. Beim Weben wurden für Kette und Schuss unterschiedlich helle Fäden benutzt. Dies erzeugt je nach Betrachtungswinkel und Licht ein Wechselspiel, das zwischen matt und glänzend wechselt und damit den changierenden Charakter des Lacks aufnimmt und in seinem Schimmer an Holz erinnert.

Das Verdeck ist mit einer 30 Millimeter dicken Watteschicht gepolstert und innen mit hellem Stoff verkleidet, um auch bei geschlossenem Verdeck das leichte Ambiente des Innenraums zu erhalten. Zur Karosserie schließt das geschlossene Verdeck mit einer polierten Metallspange ab.

Ist das Verdeck geöffnet, verschmelzen bei diesem Luxus-Cabriolet Exterieur und Interieur für den Betrachter vielmehr zu einer Einheit, als dies bei geschlossenen Fahrzeugen möglich ist. Die Farbe des Lacks geht harmonisch in den Farbton der großflächig verwendeten anthrazitfarbenen, leicht ins Beige spielenden Holzzierteile über, die den oberen Bereich des Cabriolets, die Schulterlinie, vollständig umschließen. Je nach Lichteinfall zeigen sie einen ähnlichen changierenden Effekt wie die Lackierung. Sogar der große Verdeckdeckel, unter dem bei geöffnetem Fahrzeug das Stoffdach abgelegt ist, besteht in seiner ganzen Fläche aus Vogelaugenahorn, das wegen seiner ungewöhnlichen, aber dennoch dezenten Struktur zu den teuersten Edelhölzern zählt. Bei geschlossenem Verdeck bildet dieser Deckel die Hutablage – ein schönes Detail.
Auf Fahrer und Passagiere wartet in dem Show-Cabriolet ein außergewöhnlich sinnliches Erlebnis: Haben sie auf ihren Einzelsitzen Platz genommen, erfassen ihre Augen schöne, ausgewogene Formen, fein ausbalanciert, sowie helle warme Farbtöne. Die Hände streichen über weitere Zierteile aus dem wertvollen Edelholz, Fingerspitzen ertasten genussvoll weiches, anschmiegsames Leder und hochwertige Textilien. Das ist Luxus und Komfort im Stil von Mercedes-Benz.

Überall bestimmen sorgfältig mit Handwerkskunst verarbeitete Details das Bild. Die Raumaufteilung ist horizontal und auf vier Personen zugeschnitten. Die Abdeckung der Instrumententafel sowie die A-Säulen sind mit dunkelbraunem Leder verkleidet, um Spiegelungen zu vermeiden. Darunter spannt sich quer über die Instrumententafel eine große Holzfläche aus Vogelaugenahorn, die sich dem Himmel zuwendet und zusätzlich die Mittelkonsole formt.

Unter den Partien aus Edelholz bildet ein Textilbezug im Farbton Ivory, der durch seine Webart in Optik und Haptik dreidimensional wirkt, einen hellen Kontrast – sowohl im Bereich der Instrumententafel und der Mittelkonsole als auch in den Türbelägen. Der gleiche Stoff fasst auch die Seiten der großen Konsole zwischen den Vordersitzen ein und bestimmt den Charakter der speziell für dieses Auto entworfenen Sitze mit. Er unterbricht in breiten Streifen die Sitz- und Rückenflächen der Sitze, die mit weichem Leder im gleichen hellen Farbton bezogen sind. Die Verwendung von Textil-Teilflächen auch im Sitzbereich schafft nicht nur eine ungewöhnliche Optik, sondern garantiert zudem hohen Sitzkomfort.

Der Fahrersitz bietet eine weitere Überraschung, die erst beim Einsteigen zu spüren ist. Dann fährt der Sitz automatisch nach hinten und unten, um den Zugang zum Fahrzeug zu erleichtern. Hat der Fahrer Platz genommen, bringt ihn die Memory-Schaltung selbstverständlich ebenso automatisch in die programmierte individuelle Optimalposition.
Vogelaugenahorn kleidet auch die Seiten der Mittelkonsole (ihre Oberfläche ist mit dem hellen Leder bezogen) und die Armauflagen. In den Bereichen, wo sich die Passagiere hier abstützen, sorgt ebenfalls helles Leder für handsympathischen Griff.

Zwischen den Lehnen im Fond haben die Designer in der Studie eine herausklappbare Mittelarmlehne mit fein ausgetüftelter Mechanik untergebracht. Beim Ausklappen hebt sich zunächst der obere, mit Edelholz verkleidete Abschnitt, dann fährt die lederbezogene Armlehne aus und die Edelholzklappe schließt die Lücke wieder. In die Fondarmlehne integriert ist der Drehdrucksteller mit zugehöriger Handauflage, mit der die Fondpassagiere die hochwertige DVD- und Audioanlage mit in den Kopfstützen der Vordersitze integrierten Videoschirmen bedienen können.

Zwischen den Sitzen finden sie zudem ein Champagnerfach, in dem neben einer Flasche zwei Champagnerkelche ihren Platz finden. Spezielle Klammern sorgen auch während der Fahrt für den sicheren Stand der gefüllten Gläser.

Vom Basisfahrzeug S 600 ist in dem Showcar fast nichts zu sehen. Alles wurde eigens für das Showcar entwickelt und gebaut. Lediglich das Bedienkonzept mit allen Instrumenten und Schaltern haben die Ingenieure aus der S-Klasse übernommen. Das Lenkrad aus Holz ist dagegen wieder ein Unikat. Wie eine Intarsie trägt es eine Spange aus poliertem Aluminium und in seiner Mitte den Mercedes-Stern aus dem gleichen Material. Neu ist auch der Chronometer in der Mitte des Instrumententrägers, den die Designer für dieses Showcar gestaltet haben.

Mit dem Showcar Concept Ocean Drive wollte Mercedes-Benz nicht nur ein aufregendes Ausstellungsstück schaffen, sondern ein fahrfähiges Automobil auf die Räder stellen. Wegen der selbst gestellten hohen Ansprüche griffen die Techniker zum Spitzenmodell der S-Klasse und wählten den S 600 mit langem Radstand und Zwölfzylindertriebwerk als die dem Vorhaben angemessene Basis.
Zunächst beraubten sie das Flaggschiff von Mercedes-Benz seiner kompletten Karosserie. Lediglich ein kurzer Stummel der B-Säule blieb stehen. Die übrig gebliebene Bodengruppe versahen sie mit nicht sichtbaren Querverstrebungen und Verstärkungen, um dem Chassis auch ohne Dach die notwendige Verwindungssteifigkeit zu geben.
Die großzügigen Abmessungen der langen S-Klasse-Bodengruppe mit 3165 Millimeter Radstand schufen die Voraussetzungen für ein Raumkonzept, das allen Passagieren First-Class-Komfort bietet. Sogar der opulent bemessene Fußraum im Fond blieb erhalten, lediglich die hinteren Türen mussten die Karosseriespezialisten beim neuen Cabriokleid aus Carbon etwas verkürzen, um Platz für den Verdeckmechanismus zu schaffen.

Das Showcar bietet die einzigartige Kombination aus Mercedes-typischem Fahrkomfort, Fahrsicherheit und Agilität. Wank-, Nick- und Hubbewegungen werden durch einzeln angesteuerte Federbeine unabhängig vom Beladungszustand in Millisekunden fast vollständig verhindert. Mittels eines Tasters in der Mittelkonsole kann der Chauffeur die Charakteristik des Cabriolets von „komfortabel“ auf „sportlich“ verändern und Fahrwerk und Niveaulage individuell einstellen.

Beim Öffnen der Haube des Concept Ocean Drive blickt der Betrachter auf ein V12-Triebwerk, die Topmotorisierung bei Mercedes-Benz. Speziell für das Showcar bekam es eine neue, aufwendige Verkleidung angepasst, die ein stilisiertes „V“ trägt. Viel Liebe haben die Designer auch in weitere Details gesteckt, die üblicherweise unter der Motorhaube verborgen bleiben. Beispielsweise sind die Abdeckungen für das Wischerwasser und andere Flüssigkeitsbehälter mit Chrombügeln zum Herausklappen versehen, denen eine angedeutete Lochung einen besonderen optischen Pfiff verleiht. Die Ansaugkrümmer für den Zwölfzylinder schauen aus der Motorverkleidung heraus und sind mit einem Edelstahlgewebe verkleidet.

Die Leistung des Biturbomotors von 380 kW/517 PS und ein maximales Drehmoment von 830 Newtonmetern sorgen für kraftvoll-souveränen Vortrieb. Das Triebwerk ist gekoppelt mit dem bewährten, weich schaltenden 5-Gang-Automatikgetriebe.
AIRSCARF auf allen vier Plätzen
Ein weiteres technisches Highlight hat das Concept Ocean Drive gleich in vierfacher Ausfertigung aus der SLK-Klasse übernommen: die neuartige Kopfraum-heizung AIRSCARF, die in dem Mercedes-Sportwagen ihre Premiere gefeiert hat. Sie wirkt wie ein unsichtbarer Schal, der Kopf, Hals und Nacken wärmt. Dank AIRSCARF auf allen vier Plätzen können die Passagiere im Concept Ocean Drive länger und öfter offen fahren und auch in der kalten Jahreszeit offenen Fahrspaß genießen.

Selbstverständlich sind in dem Mercedes-Benz Showcar die gleichen technischen Innovationen installiert, die Mercedes-Topmodelle zu Vorbildern für die gesamte Pkw-Entwicklung machen. Dazu zählen wichtige Neuentwicklungen wie der Bremsassistent PLUS und die neuartige PRE-SAFE®-Bremse in Verbindung mit DISTRO-NIC PLUS mit Radarsensorik und der präventive PRE-SAFE®-Insassenschutz. Die Radarsensoren des Bremsassistenten PLUS (BAS PLUS) erfassen vorausfahrende Autos. Bei geringem Abstand oder bei zu schneller Annäherung an das vorausfahrende Fahrzeug warnt das System. Droht ein Zusammenstoß, berechnet es blitzschnell die optimale Bremskraftunterstützung, die es bei der Bremsbetätigung durch den Fahrer sofort zur Verfügung stellt – selbst wenn er zu leicht auf das Pedal tritt. Die weltweit einzigartige PRE-SAFE®-Bremse ergänzt den Brems-assistenten PLUS (BAS PLUS) und geht noch einen Schritt weiter. Das System bremst das Auto bei akuter Unfallgefahr mit rund 40 Prozent der maximalen Bremsleistung automatisch ab. So lässt sich die Zahl der Auffahrunfälle und das Verletzungsrisiko der Fahrzeuginsassen deutlich verringern.
Mit an Bord ist auch der Abstandsregel-Tempomat DISTRONIC PLUS. Dieses radargestützte System hält im Stop-and-go-Verkehr den gewünschten Abstand zum vorausfahrenden Auto, bremst das Auto – wenn nötig – automatisch bis zum Stillstand ab und beschleunigt es danach auf Fahrerwunsch wieder auf die zuvor programmierte Geschwindigkeit.

In die Designstudie installierten die Techniker das weiterentwickelte Bedienkonzept der S-Klasse. Sein wesentliches Merkmal ist der schnelle Zugriff auf besonders häufig genutzte Funktionen. Je nach Gewohnheit steuert der Autofahrer zum Beispiel Autoradio, TV-Empfänger, CD/DVD-Wechsler, Telefon und Navigation entweder über konventionelle Schalter, Tasten im Multifunktions-Lenkrad oder mit dem weiterentwickelten COMAND-System.

Technische Daten:

Mercedes-Benz Concept Ocean Drive

Karosserie-Basis Mercedes Benz S 600

Motor

Zylinderzahl/-anordnung 12/V, 3 Ventile pro Zylinder
Hubraum cm³ 5514
Bohrung x Hub mm 82 x 87

Nennleistung kW/PS 380/517

Nenndrehmoment Nm 830 bei 1900-3500/min

Verdichtungsverhältnis : 1 9,0 : 1

Gemischaufbereitung: Mikroprozessorgesteuerte Benzineinspritzung mit Heißfilm-Luftmassenmessung (HFM), Biturbo-System

Vorderachse: Vierlenkerachse, aktive Fahrwerkregelung Active Body Control (ABC)

Hinterachse: Raumlenkerachse, aktive Fahrwerkregelung Active Body Control (ABC)

Scheiben­bremsen vorn und hinten innen belüftet, vorn perforiert, Feststell-Trommelbremse hinten, ABS, Bremsassistent, ESP®, Zahnstangen-Servolenkung mit Parameter-Funktion, Lenkungsstoßdämpfer

Felgen: vorn 9 J x 21 ET33, hinten 10 J x 21 ET26
Reifen vorn und hinten 275/35 ZR 21

Maße und Gewichte Radstand mm 3165

Spurweite vorn/hinten mm 1622/1628

Gesamt-Länge mm 5293

Gesamt-Breite mm 1911

Gesamt-Höhe mm 1497

Wendekreis m 12,2

Tankinhalt/davon Reserve l 90/11